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Reptilien

Die Reptilienhaltung wird immer beliebter. Die Ansprüche dieser Tiere an ihre Haltungsbedingungen sind aber nicht zu unterschätzen. Das Terrarium sollte nicht nur der menschlichen Ästhetik entsprechen sondern auch alle Faktoren, die ein artgerechtes Leben des Reptils ausmachen berücksichtigen.
 

Ein gesamter Lebensraum für unseres Tier in einem Glaskasten – ein fast unmögliches Unterfangen.

Das Reptil in der Praxis

Wir können die Gesundheit ihres Reptils nur beurteilen wenn es sich auf seiner „Betriebstemperatur“ befindet. Hierzu sind bei tropischen Tieren in der kühleren Jahreszeit unbedingt beheizte Transportbehältnisse nötig.

 

Reptilien sind wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur ist abhängig von der Außentemperatur. Vorteilhaft sind Thermoboxen, die mittels Heizmitteln (z.B.Wärmeflasche) auf eine artspezifische Wohlfühltemperatur gebracht werden. Überhitzung ist unbedingt zu vermeiden!
Schlangen und Echsen sollten einzeln in Stoffsäcke verpackt werden. Bei größeren Exemplaren können Kopfkissen- oder auch Bettbezüge verwendet werden.
Auch die Behältnisse von Schildkröten müssen ausbruchssicher sein, da viele Individuen alles versuchen um aus ihrem Transportmittel zu entweichen.
Wasserschildkröten können trocken transportiert werden.

Bitte kündigen sie sehr große oder gefährliche Tiere vorher an. Bei Riesenschlangen über 3 Meter ist es unter Umständen nötig, dass Sie Hilfspersonen mitbringen.

Umfangreiche medizinische Versorgung

Besonders Schildkröten und Echsen haben oftmals ein Nierenleiden oder eine Störung in Ihrem Kalzium/ Phosphor-Haushalt. Hier bringen ein paar Tropfen Blut schnell Klarheit.

Viele Reptilien haben Würmer! Meist läßt sich ein Befall nur unter dem Mikroskop erkennen.
Bringen Sie am Besten bei jedem Tierarztbesuch eine frische Kotprobe mit.

Bei vielen Arten ist das Geschlecht nur schwer äusserlich zu erkennen. Wir bieten alle drei bildgebenden Methoden,
Röntgen, Sonographie, Endoskopie an.

Nur gesunde Tiere dürfen Winterschlaf halten. Leider ist es nicht immer leicht zu sehen ob ihr Tier auch tatsächlich gesund ist. Eine Kotuntersuchung gibt Aufschluß über einen Wurmbefall, eine Blutuntersuchung über ein verstecktes Nierenproblem.

Häufige Erkrankungen

Leider werden unsere Reptilien sehr häufig durch innere und äußere Parasiten belästigt.  In der Regel haben wir es immer mit den gleichen Lästlingen zu tun, da diese am Besten mit dem Terrariumleben klar kommen. Von außen saugen die Milben Blut, innerlich schmarotzen Würmer im Magen-Darm-Trakt.
Bei Wildfängen kommen natürlich auch exotische Parasiten in Frage.

Ein Mangel an UV-B Licht, Vitamin D3 oder Kalzium können Ursachen für diesen Krankheitskomplex sein. Desweiteren spielen Faktoren wie Luftfeuchtigkeit und eine nierenschädigende Ernährung eine Rolle.

Weibliche Reptilien leben bei uns deutlich kürzer als Männliche. Die Ursachen liegen im Fortpflanzungsverhalten der Tiere. Die suboptimalen Terrariumsbedingungen führen zu einer Störung der normalen Eibildung und Ablage. Viele Tiere können nur durch eine Operation gerettet werden.

Nahrungsverweigerung nach dem Winterschlaf

Besonders europäische Landschildkröten machen eine intensive Winterruhe. In diesen Monaten verbrauchen sie zuerst ihre Fettspeicher, anschließend körpereigene Proteine. Das Resultat ist ein Anstieg nierenpflichtiger Giftstoffe, die aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht abgebaut werden können. Dieses führt wiederum nach dem Auswintern zu einer typischen Appetitlosigkeit.

Reptilien sind prinzipiell Einzelgänger! In einem extrem kleinen Lebensraum – wie sie ein Terrarium darstellt – kann sich das rangniedrigere Tier nicht ausreichend zurückziehen. Es kommt nicht nur zu offensichtlichen Kampfverletzungen auch der Dauerstress kann tödlich sein.